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Die deutsche Biotechnologie-Branche zeigt sich 2025/26 zwischen Stabilität und Herausforderungen, mit rückläufigen Wagniskapital-Investitionen und strukturellen Problemen trotz stabilen Umsatzes und Beschäftigungszahlen. Starke Biotech-Cluster in Deutschland erfordern gezielte Maßnahmen zur Förderung von Risikokapital, Stärkung der Translation und Ausbau der Fachkräftepipeline, um das Potenzial der Branche zu nutzen.
Die deutsche Biotechnologie-Branche zeigt sich 2025 widersprüchlich: Während Umsatz und Beschäftigung stabil blieben, brachen Wagniskapital-Investitionen deutlich ein. Ein Überblick über Chancen, Herausforderungen und die wichtigsten Standorte.
2025 erwirtschafteten die rund 1.052 Biotech-Unternehmen in Deutschland einen Umsatz von 12 Milliarden Euro – ein Prozent weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig wuchs die Zahl der Beschäftigten um drei Prozent auf knapp 60.000. Doch hinter diesen scheinbar stabilen Zahlen verbergen sich strukturelle Probleme: Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung schrumpften, und kein einziges deutsches Biotech-Unternehmen schaffte 2025 den Börsengang im Inland.
Besonders dramatisch fiel der Rückgang bei Wagniskapital aus: Von 900 Millionen Euro im Jahr 2024 sanken die VC-Investitionen 2025 auf knapp 600 Millionen Euro – ein Minus von einem Drittel. Zudem entfielen 71 Prozent dieses Volumens auf nur drei große Finanzierungsrunden, angeführt von Tubulis mit 344 Millionen Euro. Für junge, noch nicht profitabile Unternehmen wird die Luft damit zunehmend dünn
Deutschland verfügt über mehrere international wettbewerbsfähige Biotech-Standorte. Führend sind:transkript+2
München/Martinsried: Mit über 450 Life-Science-Unternehmen und 28 Prozent der gesamten Pharma-F&E-Ausgaben Deutschlands der stärkste Cluster. Fokus: Gentherapie, personalisierte Medizin, KI in der Wirkstoffentwicklung.memelbiotech+1
Rhein-Neckar/Heidelberg/Mainz: Rund 200 Unternehmen und Forschungseinrichtungen in 30-Kilometer-Umkreis, darunter EMBL, DKFZ und BioNTech. Weltklasse in Onkologie und mRNA-Technologien.idw-online+2
Berlin-Brandenburg: Wachstumsstärkster Standort mit Fokus auf Immuntherapie und molekulare Diagnostik.transkript+1
Weitere Hubs: Nürnberg-Erlangen, Stuttgart und Hamburg ergänzen das Ökosystem.transkript+1
Zwei Drittel aller Pharma-F&E-Ausgaben konzentrieren sich auf nur vier Bundesländer: Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz.
Laut der Trendumfrage von BIO Deutschland planen 2026 nur noch 44 Prozent der Unternehmen, Personal aufzubauen – nach 51 Prozent im Vorjahr. Gleichzeitig investieren 58 Prozent mehr in Forschung und Entwicklung. Das erzeugt eine paradoxe Situation: Einerseits wird innovativer Output erwartet, andererseits fehlen qualifizierte Fachkräfte in Schlüsselbereichen wie Prozessentwicklung, Regulatory Affairs und klinischer Forschung.heidelberg+1
Der Life-Science-Stellenmarkt zeigt im ersten Quartal 2026 erste Aufwärtstendenzen, bleibt aber unter dem Niveau von 2024 und 2025. Besonders die Biotechnologie stagniert auf niedrigem Niveau – ein Spiegelbild der Finanzierungsprobleme.
Expertinnen und Experten fordern gezielte Maßnahmen, um das ungenutzte Potenzial zu heben:
Bessere Rahmenbedingungen für Risikokapital, etwa steuerliche Anreize oder öffentliche Co-Investment-Fonds.
Stärkung der Translation, also der Überführung von Forschungsergebnissen in marktfähige Produkte.
Ausbau der Fachkräftepipeline durch gezielte Ausbildungs- und Weiterbildungsprogramme.
Internationale Sichtbarkeit deutscher Biotech-Standorte, um Investoren und Talente anzuziehen.
Die deutsche Biotech-Branche hat das wissenschaftliche Fundament, um global zu führen. Ob sie dieses Potenzial ausschöpfen kann, hängt nun von politischen und wirtschaftlichen Weichenstellungen ab.
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